Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit von Afad Gurbanov

Die moderne aserbaidschanische Linguistik hat ihren derzeitigen Entwicklungsstand nicht von heute auf morgen erreicht. Es war ein komplexer und schwieriger Weg. Aserbaidschanische Fachleute, die in Literatur und Kultur tätig sind, haben auf diesem Gebiet einmalige Beiträge geleistet. Bevor ein Kader professioneller Linguisten ausgebildet werden konnte, musste die sprachwissenschaftliche Erforschung erfahrener aserbaidschanischer Künstler, Dichter, Übersetzer, Dramatiker, Literaturkritiker, Historiker, Publizisten und Pädagogen sowie Lehrern erfolgen. Die Linguistik gilt allgemein als eine Wissenschaft, die im 19. Jahrhundert entstanden ist und im 20. Jahrhundert Gestalt angenommen hat. Wenn wir über das 19. Jahrhundert und das frühe 20. Jahrhundert diskutieren würden, wären die Namen über die wir reden würden, die von A. Bakikhanov, M. Kazimbey, M. F. Akhundzade, M.S. Vazeh, S. Velibeyov, G. Garabeyov, G.R. Mirzezade, M. Mahmudbeyov, F.B. Kocherli, A. Shaiq, J. Memmedgulizade, um nur einige zu nennen. Wenn wir über die berühmten und angesehenen Persönlichkeiten der modernen aserbaidschanischen Linguistik sprechen, müssen wir auf Beispiele hinweisen, wo die Wissenschaft bis zur heutigen Zeit in mehrere Generationen unterteilt werden kann (oder sollte). Wenn wir uns beispielsweise die Beiträge anschauen, die Prof. Bakir Jobanzade zur Etablierung und Gestaltung der aserbaidschanischen Sprachwissenschaft geleistet hat, könnten wir auf Einzelpersonen wie beispielsweise den Akademiker M.S. Shiraliyev, ein korrespondierendes Mitglieder der Aserbaidschanischen Akademie der Wissenschaften, Prof. E. Demirchizade, Prof. M. Huseynzade, Kh. S. Khojayev, A. Taghizade, I. Hasanov, D. Guliyev oder T. Bagirov, die aus den 1930er und 40er Jahren hervorgegangen sind, weisen.


Unter den Reihen der aserbaidschanischen Linguisten nach der Generation, die von M. Shiraliyev, E. M. Demirchizade, I. Afendiyev, M.H. Huseynzade und A. Orujov vertreten wurde, würden Namen wie S. Jafrov, A. Valiyev, A. Mahmudov, A. Abdullayev, N. Memmedov, Z. Taghizade und andere aus den 1940er und 50er Jahren genannt werden (natürlich könnten wir diese Aufzählung vollständig abschließen und zweifellos könnte jeder die Notwendigkeit unterstützen, diese Arbeit zu leisten). Bei der Diskussion über Sprachwissenschaftler aus den Jahren nach den 1960er müssen wir bedenken, dass in dieser Zeit eine Reihe talentierter und produktiver Linguisten am Werk waren. Was wir hier ansprechen wollen sind bestimmte Bereiche der wissenschaftlichen Arbeit und der Beiträge von dem Akademiker nationaler und internationaler Akademien, Mitglied der Aserbaidschanischen Akademie der Wissenschaften und Ehrenmitglied der Gesellschaft für Türkische Sprache -Afad Mahammad oglu Gurbanov- der in diesen Jahren seine Tätigkeit aufgenommen hat.


Der renommierte aserbaidschanische Sprachwissenschaftler Afad Gurbanov hat ein sehr breites und umfassendes Themenspektrum abgedeckt. Es war reichhaltig, wertvoll und involvierte viele Zweige. Er begann schon früh mit seinem wissenschaftlichen Studium und seiner Forschung. Gurbanov tauchte in den fünfziger Jahren in die Welt der Wissenschaft ein. Bereits 1951 beschäftigte er sich kontinuierlichen mit Studien, produzierte Wissenswertes über kritische Probleme in der Linguistik und hatte interessante wissenschaftliche Forschungen betrieben.


In den ersten Jahren seiner Arbeit konzentrierte sich Gurbanov hauptsächlich auf zwei wissenschaftliche Bereiche – die theoretische Philologie und die pädagogische Methodologie. Er dachte über die wichtigsten Fragen der Bildung nach, kam zu konkreten Schlussfolgerungen und setzte seine Gedanken in wissenschaftliche Artikel um.


Gurbanovs Werke wurden 1956 veröffentlicht. In diesem Jahr veröffentlichte er eine Reihe von Artikeln in Baku und Tiflis. In seinem Artikel mit dem Titel „Aserbaidschanische Personennamen und ihre Merkmale“ versuchte er, die verschiedenen und interessanten Formen der von den in Georgien lebenden Aserbaidschanern verwendeten Anthroponyme wissenschaftlich zu erklären, was er hervorragend umsetzte.



Dieser Artikel war Gurbanovs erster Schritt auf dem Gebiet der Onomastik, den er später stark erweitert und auf das Niveau einer Schule der Wissenschaft erhoben hat.


Professor Gurbanov veröffentlichte bis zu 500 wissenschaftliche und methodologische Artikel sowie mehr als 70  Bücher, Monographien, Abhandlungen und Unterrichtsmaterialien zu seinen zahlreichen sprachwissenschaftlichen Forschungsprojekten. Einige dieser Werke wurden im Ausland, in Russland, der Türkei und anderen Ländern veröffentlicht. Gurbanovs Arbeit wurde hochgelobt und 1981 wurde er zum Wissenschaftler des Jahres ernannt.

Gurbanov ist einer der wenigen aserbaidschanischen Sprachwissenschaftler, der für seine Arbeiten nationale Preise erhalten hat. Er erhielt den Staatspreis für seine Monografie "Onomatologie der aserbaidschanischen Sprache".


Afad Gurbanov beherrschte die aserbaidschanische Literatursprache sehr gut und wandte die Standards dieser Sprache in all seinen Schriften und Reden mit der Präzision eines Diamantenschleifers an. Seine Werke basieren auf konkreten Gedanken, gusseiserner Logik sowie einem wahren und richtigen Fundaments. Gurbanov besaß die hoch entwickelte Fähigkeit, dem Leser komplexe wissenschaftliche Probleme in einer einfachen, klaren und verständlichen wissenschaftlichen Sprache zu präsentieren. Nicht jeder Wissenschaftler zeigte die Fähigkeit, wissenschaftliche Arbeiten in diesem Stil zu schreiben.

Afad Gurbanov war ein Wissenschaftler, der mit seiner vielseitigen wissenschaftliche Arbeit verschiedene sprachliche Felder abdeckte. Seine Arbeiten lassen sich in folgende Bereiche einteilen:


1. Probleme in der allgemeinen Sprachwissenschaft

2. Probleme in der modernen aserbaidschanischen Literatursprache;


3. Probleme in der aserbaidschanischen Linguistik;


4. Onomatologie der aserbaidschanischen Sprache;


5. Turkologische Sprachwissenschaft;


6. Die Sprache der poetischen Werke;


7. Pädagogik und Methodik in der Hochschulbildung;


8. Artefakte alter türkischer Schrift;


9. Probleme im Alphabet;


10. Ausbildung von Sprachfachleuten.


Gurbanovs Studien lösten auch bestimmte Grundsätze in den Prinzipien des Unterrichtens und der Sensibilisierung für das phonetische System der Sprache auf. Diese wurden veröffentlicht und erreichten die Leserschaft der breiten Öffentlichkeit.