Die Rolle des Turkologen Afad Gurbanov bei der Lösung von Problemen der allgemeinen türkischen Sprachwissenschaft

Afad Gurbanov, ein bedeutender Sprachwissenschaftler, Turkologe und Kenner der altaischen Sprachen, war ein Wissenschaftler, dessen schöpferische Tätigkeit fast alle Bereiche der Linguistik umfasste. Turkologische Sprachfragen nahmen in seiner wissenschaftlichen Tätigkeit einen besonderen Platz ein.


Es ist bekannt, dass die Einbeziehung der Sprachmaterialien der türkischen Welt in jede groß angelegte und umfassende Forschung eines der dringlichsten Probleme der heutigen Wissenschaft ist. Die Lebensweise, Sprache und Geschichte der Entstehung und Entwicklung der alten türkischen Stämme und Familien und der von ihnen bewohnten Territorien sowie die Gründe für ihre Verbreitung auf diesen Territorien und andere Themen, sind noch nicht vollumfänglich und in all ihrer Tiefe untersucht.


In Anbetracht all dieser Probleme begann Afad Gurbanov bereits in den siebziger Jahren, auf diesem Gebiet zu forschen und erweiterte allmählich die Grenzen der Forschung und benutzte Material aus allen Turksprachen. Es war Professor Afad Gurbanov, der den Begriff "turkologische Linguistik" erstmals in die aserbaidschanische Linguistik einführte.


Die unermüdliche Forschung des selbstlosen Wissenschaftlers führte zu den Monografien "Turkologische Linguistik", "Entwicklungszeiträume der türkischen Personennamen", "Geschichte der türkischen Anthroponymia", "Bibliographie der turkologischen Sprachwissenschaft", "Namenstraditionen der Turkvölker“, "Uralte türkische Namen“, „Gemeinsame Turksprache“ und andere Bücher.


Zum ersten Mal in der Geschichte unserer Linguistik identifizierte die „Turkologische Linguistik“ die Rolle und Ziele der turkologischen Sprachwissenschaft in der allgemeinen Turkologie. Sie beschäftigte sich mit der Frage, der Stellung der türkischen Sprachen unter den Weltsprachen und untersuchte die Prinzipien der Weltsprachen, lieferte eine Analyse der Klassifikationen, die in Bezug auf die Turksprachen in der Geschichte der Linguistik gemacht wurden und führte eine Gruppierung der modernen Turksprachen durch. Darüber hinaus überprüft die Arbeit auch die Richtungen der Erforschung der modernen türkischen Sprachen und drückt eine Herangehensweise zur Erforschung der historischen türkischen Schriftdenkmäler aus.


Professor Gurbanov arbeitete mit charakteristischer Zurückhaltung, Geduld und Glauben weiter an der Schaffung eines gemeinsamen türkischen Alphabets und Sprache. Einer seiner heiligsten Wünsche war es, ein Gebiet, in dem über zweihundertsechzig Millionen Menschen lebten, die in 23 Sprachen kommunizieren, lesen und schreiben, durch ein einheitliches Alphabet und eine gemeinsame Sprache enger miteinander zu verbinden. Er war einer der Initiatoren der Entwicklung und des Erstellens des Entwurfs des gemeinsamen türkischen Alphabets. 1993 wurde der Entwurf des gemeinsamen türkischen Alphabets, an dem die Vertreter der sechs türkischsprachigen Staaten Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisien, Usbekistan, Türkei und Turkmenien teilnahmen, in Ankara für eine ausführlichere Diskussion angenommen. Das Hauptziel des allgemeinen Alphabets besteht darin, die Phoneme der einzelnen Turksprachen bei der Festlegung der nationalen Alphabete zu reflektieren. Das daraus entstandene Alphabet aus 34 Buchstaben ist wichtig für die Reflexion der Phoneme (Töne) aller Turkvölker.


Die Erstellung und Zusammenstellung des gemeinsamen türkischen Alphabets, bestehend aus 34 Buchstaben, war für Afad Gurbanov sehr aufwendig. Gurbanov selbst, der einer der ersten und wichtigsten Initiatoren und Verfasser des Entwurfs des einheitlichen gemeinsamen türkischen Alphabets war sagte: „Dieses Alphabet deckt die gesprochenen Klänge aller Turksprachen ab. Die gemeinsame türkische Sprache und das Alphabet sind von besonderer historischer Bedeutung für die Bildung und Verwirklichung der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Einheit der türkischen Völker. Das gebräuchliche Alphabet wird bei der Erforschung und Verbreitung des Bewusstseins für Geschichte, Literatur, Kultur, Folklore und Traditionen der Turkvölker eine wichtige Rolle spielen“.


Der Entwurf des gemeinsamen türkischen Alphabets wurde nach Diskussionen in der Türkei von 1993 unter Beteiligung von Wissenschaftlern aller Turkvölker gebilligt.


Die Idee der Schaffung einer "gemeinsamen Sprache" für die Türken war in den achtziger Jahren wieder aufgetaucht. Diese Idee wurde als zeitgemäßes extra sprachliches Problem auf Kongressen, Konferenzen, Symposien und wissenschaftlichen Workshops zu verschiedenen sprachlichen Themen in der Türkei, in Aserbaidschan und in Usbekistan noch stärker berücksichtigt. Das Thema einer gemeinsamen Sprache wurde auf der 1992 von der Türkischen Sprachstelle in Ankara abgehaltenen Konferenz ausführlicher diskutiert. Diese Thema wurde auch von Vertretern anderer turksprachiger Nationen positiv aufgenommen und unterstützt. 1999 veröffentlichte Professor Gurbanov sein Buch mit dem Titel "Eine gemeinsame türkische Literatursprache", das sich den Hauptproblemen der modernen turkologischen Sprachwissenschaft widmet.


Zusätzlich dazu legte Afad Gurbanov mit seinem Buch "Grundlagen der aserbaidschanischen Onomatologie" die wissenschaftlichen Grundstock für diesen Bereich nicht nur in Aserbaidschan, sondern auch in der Türkei. Dieses Buch wurde in türkischer Sprache unter dem Titel "Onomasigin əsasları" veröffentlicht.


In seiner zweibändigen "Allgemeine Linguistik" - Monographie, die in Aserbaidschan erstmalig auf nationaler Ebene verfasst wurde, erziehlte Afad Gurbanov eine weiteres Novum in der Weltsprachwissenschaft, indem es ihm gelungen ist, türkischsprachiges Material in seine Arbeit aufzunehmen. Er führte einen neuen Abschnitt zur Klassifikation der Weltsprachen ein, der eines der Probleme der allgemeinen Sprachwissenschaft ist und präsentierte eine neue und originelle Klassifikation der Familie der altaischen Sprachen. Diese wissenschaftlichen Innovationen wurden von prominenten Linguisten und Turkologen aus verschiedenen Ländern hoch geschätzt. Nach der Übersetzung wurde die Monographie in drei Bänden sowohl in Russland als auch in der Türkei veröffentlicht.


Afad Gurbanov begann seine Tätigkeit als Turkologe und Experte auf dem Gebiet der altaischen Sprachen in der Sowjetzeit. Von 1984 bis 1989 war er Mitglied des sowjetischen Turkologenausschusses der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, Mitglied des Büros der türkischen Onomastikabteilung, Chef der pädagogischen und methodischen Abteilung und wurde später stellvertretender Vorsitzender des oben genannten Ausschusses. Als das Komitee gegründet wurde, wurde das Akademiemitglied A. Kononov zu Vorsitzenden auf Lebenszeiten ernannt. Der stellvertretende Vorsitzende war E. Teneshev. Später wurde E. Teneshev zum Vorsitzenden ernannt und Afad Gurbanov wurde sein stellvertretender Vorsitzender. Während dieser Zeit wurden die Akademiker A. Kononov, E. Teneshev, A. Sherbak und A. Gurbanov als bekannte Turkologen in der türkischen Welt anerkannt.


Afad Gurbanov pflegte stets enge Beziehungen zu seinen Kollegen, die in türkischsprachigen Staaten lebten und bemühte sich intensiv um die gemeinsame Lösung der Probleme der Turkologie und der turkologischen Sprachwissenschaft. Seine Anerkennung und die Zuneigung, die Afad Gurbanov sich in diesen Ländern erwarb, waren sowohl seinen persönlichen als auch seinen kreativen Eigenschaften zu verdanken.


Bereits in der Sowjetzeit unterhielt Afad Gurbanov dauerhafte Beziehungen zur Gesellschaft der türkischen Sprache, die 1927 vom großen Atatürk gegründet wurde und als die renommierteste wissenschaftliche Einrichtung der Welt auf dem Gebiet der Turkologie und der turkologischen Sprachwissenschaft gilt. Das Management der Gesellschaft der türkischen Sprache hielt es für notwendig, den angesehenen Sprachwissenschaftler und Turkologen zu konsultieren und beratschlagten sich mit ihm über eine Reihe von Fragen. Afad Gurbanov hatte sich dieses Recht dank seines großen Verstandes und des Umfangs und Wertes seiner Forschungen erworben.


Für seine Verdienste um die Entwicklung der turkologischen Sprachwissenschaft wurde Afad Gurbanov vom Präsidenten der Republik Türkei, Herrn Suleyman Damiral, nach Ankara eingeladen und war der erste Aserbaidschaner, der als Ehrenmitglied in die Gesellschaft der türkischen Sprache aufgenommen wurde.


Afad Gurbanov war als selbstloser Verteidiger und Befürworter der gemeinsamen moralischen und kulturellen Werte der türkischen Sprachvölker bekannt. Seine Leistungen im Bereich der turkologischen Sprachwissenschaft sind nicht zu leugnen. Turkologen wissen, dass die Forschungen des Wissenschaftlers in allen Bereichen der Linguistik und insbesondere sein Studium der allgemeinen Linguistik, Turkologie und Onomatologie nicht nur in unserem Land, sondern auch über seine Grenzen hinaus studiert, gelesen und gelehrt werden.